Erster Eindruck: Aufbau und Design
Das Speediance Gym Monster kommt vormontiert, was ein großer Pluspunkt ist. Man muss es lediglich aufklappen, einschalten und kalibrieren. Das spart die stundenlange Montage, die bei klassischen Heimgyms oft nötig ist. Das faltbare Design ist clever gelöst: Zusammengeklappt nimmt das Gerät etwa so viel Platz ein wie ein mittelgroßer Schrank. Für das Training selbst sollten Sie allerdings mindestens 2,5 mal 2 Meter freien Raum haben.
Die Verarbeitung macht einen soliden Eindruck, auch wenn man dem Gerät ansieht, dass es in einer niedrigeren Preisklasse als Tonal angesiedelt ist. Die Kabel und Zugseile wirken robust, die Metallteile sind sauber verarbeitet. Das integrierte 2.1-Soundsystem klingt für die Größe überraschend ordentlich, auch wenn die erzwungene Musikwiedergabe während des Trainings ein Ärgerpunkt ist, auf den wir noch eingehen werden.
Training und Smart Features: Vielseitig mit Einschränkungen
Die digitale Resistance funktioniert grundsätzlich gut und bietet drei clevere Modi: Im Assist-Modus hilft die Maschine bei den letzten schweren Wiederholungen. Im Fixed-Modus bleibt der Widerstand konstant, und im Chain-Modus simuliert die Maschine den zunehmenden Widerstand von Ketten. Diese Modi bringen echte Abwechslung ins Training und sind ein klarer Vorteil gegenüber klassischen Kabelzügen.
Der Bluetooth-Ring ist eine innovative Idee zur berührungslosen Steuerung. In der Theorie können Sie damit Gewicht, Übung und Einstellungen ändern, ohne den Griff loszulassen. In der Praxis trennt sich der Ring allerdings regelmäßig und muss neu verbunden werden. Das unterbricht den Trainingsfluss und ist auf Dauer frustrierend. XREAL, wenn Sie mich fragen, sollte dieses Problem mit einem Firmware-Update beheben können, aber Stand März 2026 ist es noch nicht gelöst.
Die Ruderfunktion ist eine willkommene Ergänzung, die Tonal nicht bietet. Für ein Cardio-Element im Krafttraining ist das ein echter Bonus. Die Übungsbibliothek umfasst über 100 geführte Übungen, was für die meisten Trainingsziele ausreicht.
AI Coaching und Software: Noch nicht ausgereift
Das AI Coaching ist ambitioniert, aber in der Umsetzung noch nicht überzeugend. Die KI-Stimme klingt unnatürlich und motiviert leider weniger als erhofft. Die automatische Formkorrektur funktioniert bei einfachen Übungen akzeptabel, gibt aber bei komplexen Bewegungen manchmal fragwürdige Hinweise. Besonders störend ist die erzwungene Musikwiedergabe: Die Maschine spielt während des Trainings automatisch Musik ab, und das Abschalten ist umständlich. Wer eigene Musik oder einen Podcast hören möchte, muss sich mit dieser Einschränkung arrangieren.
Der Kundenservice ist international durchwachsen. Auf Anfragen in englischer Sprache wurde innerhalb von 48 Stunden geantwortet, auf Deutsch kann es länger dauern. Für ein Gerät in dieser Preisklasse erwarten wir einen besseren Support, insbesondere für den DACH-Markt.
Speediance vs. Tonal: Der Preisvergleich
Der größte Vorteil des Speediance Gym Monster gegenüber Tonal ist der Preis. Ab 2.399 Euro bekommen Sie ein Gerät, das ähnliche Grundfunktionen bietet wie Tonal für 4.295 Dollar. Zudem ist Tonal in der DACH-Region nicht offiziell erhältlich, was den Import teurer und den Support schwieriger macht. Speediance bietet mehr Übungsvielfalt, insbesondere durch die Ruderfunktion. Tonal hat dafür die ausgereiftere Software, ein stabileres Ökosystem und einen etablierteren Kundensupport. Für den deutschsprachigen Markt ist Speediance aktuell die pragmatischere Wahl, auch wenn es in Sachen Software-Qualität noch aufholen muss.