Einrichtung und erste Schritte: Kinderleicht ins Smart Home
Der TP-Link Tapo P110 macht den Einstieg ins Smart Home so einfach wie kaum ein anderes Produkt. Stecker auspacken, in die Steckdose stecken, Tapo App herunterladen und dem Assistenten folgen -- nach weniger als drei Minuten ist der Smart Plug betriebsbereit. Die App führt Schritt für Schritt durch die Kopplung und verlangt lediglich die Zugangsdaten zum 2,4-GHz-WLAN. Die Verbindung stand in unserem Test sofort stabil, ohne Aussetzer oder Verbindungsabbrüche.
Die Tapo App selbst ist übersichtlich gestaltet und bietet alle wichtigen Funktionen auf einen Blick. Auf der Startseite sieht man sofort den aktuellen Status aller verbundenen Geräte. Per Fingertipp lässt sich der Stecker ein- oder ausschalten, und die Energieverbrauchsanzeige zeigt in Echtzeit, wie viel Watt das angeschlossene Gerät gerade verbraucht. Zeitpläne und Timer lassen sich intuitiv einrichten, sodass etwa die Stehlampe im Wohnzimmer jeden Abend automatisch um 18 Uhr einschaltet und um 23 Uhr wieder ausgeht.
Besonders praktisch ist der Abwesenheitsmodus, der die Steckdose in zufälligen Intervallen ein- und ausschaltet, um Anwesenheit zu simulieren. Das kann zum Beispiel während des Urlaubs sinnvoll sein, wenn Lampen den Eindruck erwecken sollen, dass jemand zu Hause ist. In Kombination mit den Zeitplänen ergibt sich ein erstaunlich vielseitiges Automatisierungssystem für einen Stecker, der gerade einmal 15 Euro kostet.
Energieverbrauchsmessung: Stromfresser identifizieren und sparen
Das eigentliche Highlight des Tapo P110 ist die integrierte Energieverbrauchsmessung. Im Gegensatz zum günstigeren P100, der nur schalten kann, misst der P110 den aktuellen Stromverbrauch in Watt sowie den kumulierten Verbrauch in Kilowattstunden. Die Tapo App zeigt diese Daten in übersichtlichen Tages-, Wochen- und Monatsdiagrammen an, sodass man auf einen Blick erkennt, welche Geräte besonders viel Strom verbrauchen.
In unserem Test haben wir den P110 an verschiedene Haushaltsgeräte angeschlossen, darunter eine Waschmaschine, einen alten Kühlschrank und eine Spielekonsole im Standby. Die Ergebnisse waren erhellend: Der Kühlschrank aus dem Jahr 2012 verbrauchte knapp 45 kWh pro Monat -- bei aktuellen Strompreisen ein echter Kostenfaktor. Die Spielekonsole zog im Standby immerhin noch 12 Watt, was über das Jahr gerechnet ebenfalls ins Geld geht. Mit diesen Erkenntnissen lässt sich gezielt optimieren, etwa indem man Standby-Geräte per Zeitplan komplett vom Netz trennt.
Die Messgenauigkeit des P110 ist für ein Gerät dieser Preisklasse bemerkenswert gut. Im Vergleich mit einem geeichten Energiemessgerät wichen die Werte um weniger als drei Prozent ab, was für den Hausgebrauch mehr als ausreichend ist. Wer seine Stromrechnung senken möchte, bekommt mit dem P110 ein kraftvolles Werkzeug an die Hand, das sich durch die eingesparten Energiekosten innerhalb weniger Monate selbst refinanziert.
Sprachsteuerung und Smart-Home-Integration
Der Tapo P110 lässt sich nahtlos in bestehende Smart-Home-Systeme integrieren. Die Kopplung mit Amazon Alexa erfolgt über den Tapo Skill und ist in wenigen Sekunden erledigt. Gleiches gilt für Google Assistant. Einmal verbunden, genügt ein einfacher Sprachbefehl wie "Alexa, schalte die Stehlampe ein", um den Stecker zu aktivieren. In der Praxis funktioniert die Sprachsteuerung zuverlässig und ohne spürbare Verzögerung.
Darüber hinaus unterstützt der P110 IFTTT-Applets, mit denen sich komplexere Automatisierungen erstellen lassen. So kann man beispielsweise festlegen, dass die Kaffeemaschine automatisch einschaltet, sobald der Wecker am Smartphone klingelt. Auch die Verknüpfung mit anderen Tapo-Geräten wie Kameras oder Bewegungsmeldern ist möglich, sodass etwa das Licht einschaltet, wenn die Kamera eine Bewegung erkennt. Für ein Gerät in dieser Preisklasse ist das beeindruckend vielseitig.
Was allerdings fehlt, ist die Unterstützung für Apple HomeKit und den neuen Matter-Standard. Apple-Nutzer, die ihr Smart Home über die Home-App steuern möchten, müssen auf Alternativen wie den Eve Energy ausweichen, die dann allerdings deutlich teurer sind. Für Nutzer, die auf Amazon oder Google setzen, ist das kein Problem -- für reine Apple-Haushalte hingegen schon.
Verarbeitung, Sicherheit und Zuverlässigkeit
Der Tapo P110 besteht aus weißem, robustem Kunststoff und wirkt solide verarbeitet. Mit seinen Abmessungen von 72 x 51 x 40 mm ist er allerdings nicht gerade kompakt -- in einer Doppelsteckdose kann er den benachbarten Steckplatz teilweise verdecken. Hier wäre ein schlankeres Design wünschenswert gewesen. Immerhin sitzt der Stecker fest in der Dose und wackelt nicht, was gerade bei schwereren Netzteilen wichtig ist.
In puncto Sicherheit bietet TP-Link Flammschutz nach UL94 V-0 Standard sowie einen integrierten Überlastschutz bis 3680 Watt. Im Dauerbetrieb wird der Stecker nur minimal warm, selbst bei hoher Last. Die WLAN-Verbindung blieb über unseren gesamten Testzeitraum von vier Wochen stabil, ohne dass der Stecker einmal die Verbindung verloren hätte. Firmware-Updates werden automatisch über die App eingespielt und brachten während unseres Tests bereits eine verbesserte Energieanzeige.