Display: Der neue Maßstab für AR-Brillen
Das Dual Sony Micro-OLED-Display der XREAL One Pro setzt in seiner Kategorie neue Maßstäbe. Jedes Auge erhält ein eigenes 1080p-Panel mit 120Hz Bildwiederholrate und bis zu 700 nits Helligkeit. Im direkten Vergleich mit der VITURE Luma Pro fallen sofort die tieferen Schwarzwerte und die lebendigeren Farben auf. Das 57-Grad-Sichtfeld entspricht ungefähr einem 120-Zoll-Bildschirm aus drei Metern Entfernung. Für Filme, Serien und Produktivitätsarbeit ist das absolut ausreichend.
Besonders beeindruckend ist das elektrochromatische Dimmen. Per Knopfdruck können Sie die Gläser von transparent bis nahezu undurchsichtig stufenlos regulieren. In hellen Umgebungen maximieren Sie damit den Kontrast, und im Dunkeln lassen Sie etwas Umgebungslicht durch, um nicht völlig von der Außenwelt abgeschnitten zu sein. Diese Funktion allein rechtfertigt den Aufpreis gegenüber günstigeren Modellen.
X1-Chip und Latenz: Technisch überzeugend
Der hauseigene XREAL X1-Chip ist der größte technische Sprung gegenüber dem Vorgänger. Mit nur 3ms Motion-to-Photon-Latenz gehört das lästige Nachziehen des Bildes bei Kopfbewegungen der Vergangenheit an. Das Head-Tracking fühlt sich dadurch so natürlich an, dass man nach kurzer Eingewöhnung das Gefühl hat, tatsächlich vor einem festen Bildschirm zu sitzen, der im Raum schwebt.
In der Praxis bedeutet das: Sie können im Zug arbeiten, ohne dass das virtuelle Display bei jeder Erschütterung hin- und herspringt. Sie können Netflix schauen, ohne dass Ihnen nach 30 Minuten übel wird. Das klingt selbstverständlich, ist aber bei vielen Konkurrenzprodukten leider nicht der Fall. Die Hardware-IPD-Anpassung (Pupillendistanz) sorgt zudem dafür, dass das Bild auch bei unterschiedlichen Augenabständen scharf und zentriert bleibt.
Audio und Tragekomfort: Angenehm, aber nicht perfekt
Die integrierten Bose-Lautsprecher liefern für eine Brille erstaunlich guten Sound mit räumlicher Tiefe. Für den persönlichen Gebrauch zu Hause oder im Büro ist die Qualität absolut ausreichend. Das Problem: In öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Großraumbüro blutet der Sound deutlich nach außen. Sitznachbarn können mithören, was Sie schauen. Für diese Situationen empfehlen wir, Bluetooth-Kopfhörer zu nutzen.
Mit 87 Gramm ist die XREAL One Pro leichter als die meisten Sonnenbrillen und kann problemlos über eine Stunde getragen werden, ohne dass Druckstellen an der Nase oder hinter den Ohren entstehen. Die verschiedenen Nasenpolster im Lieferumfang helfen, die richtige Passform zu finden. Brillenträger können über das optionale Einsatz-System ihre Sehstärke integrieren, was ein durchdachtes Detail ist.
Software und Ökosystem: Noch Luft nach oben
Die größte Schwachstelle der XREAL One Pro liegt in der Software. Die Nebula-App, die für erweiterte Funktionen wie Multi-Screen und Spatial Computing nötig ist, stürzt regelmäßig ab und fühlt sich noch nicht ausgereift an. Die Grundfunktion als tragbarer Monitor über USB-C funktioniert zuverlässig, aber sobald man die AR-Features nutzen möchte, wird es wackelig. XREAL liefert zwar regelmäßig Updates, aber Stand März 2026 ist die Software der Hardware noch ein gutes Stück hinterher. Zudem bleibt die Brille kabelgebunden -- sie benötigt immer eine USB-C-Quelle mit DisplayPort Alt Mode. Wer ein kabelloses Erlebnis sucht, muss den separaten Beam Pro Adapter kaufen, der nochmals rund 200 Euro kostet.