Sensor und Tracking: Beide auf Referenzniveau
In der Kategorie Sensor-Performance liefern sich beide Mäuse ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das in der Praxis kaum zu entscheiden ist. Der Razer Focus Pro 30K Gen-2 in der DeathAdder V4 bietet mit einer maximalen Auflösung von 30.000 DPI auf dem Papier mehr Spielraum, wobei die meisten Spieler ohnehin zwischen 400 und 1.600 DPI unterwegs sind. Die Tracking-Geschwindigkeit von 750 IPS und die Beschleunigung von 70 G sorgen dafür, dass selbst schnellste Handbewegungen ohne Aussetzer oder Spin-Outs umgesetzt werden.
Logitechs HERO 2 Sensor mit 25.600 DPI steht dem in nichts nach. Das Tracking ist butterweich, die Lift-off-Distance lässt sich feingranular einstellen, und die Stromeffizienz des Sensors ist bemerkenswert. Im Blindtest werden selbst erfahrene Gamer keinen Unterschied zwischen den beiden Sensoren feststellen. Beide verarbeiten Eingaben praktisch ohne jede spürbare Verzögerung und bieten eine 1:1-Umsetzung der Handbewegung auf dem Bildschirm.
Der einzige nennenswerte Unterschied liegt in der maximalen Polling Rate: Die DeathAdder V4 kann optional auf bis zu 8.000 Hz hochgetaktet werden (mit separatem Dongle), während die Superlight 2 bei 2.000 Hz ihr Maximum erreicht. Für kompetitive Shooter kann dieser Unterschied theoretisch relevant sein, in der Praxis merken die meisten Spieler den Sprung von 1.000 auf 2.000 Hz schon kaum.
Ergonomie und Grip-Stil: Hier trennen sich die Wege
Die Razer DeathAdder V4 ist eine der ergonomischsten Gaming-Mäuse, die jemals gebaut wurden. Die geschwungene Form mit dem markanten Buckel in der Handflächenmitte wurde über Generationen hinweg perfektioniert und füllt die Hand bei Palm-Grip-Haltung lückenlos aus. Die leicht nach rechts geneigte Oberseite entlastet das Handgelenk und beugt Ermüdung auch bei stundenlangen Gaming-Sessions vor. Die großzügig dimensionierten Seitentasten sind gut positioniert und lassen sich auch mit dem Daumen bequem erreichen, ohne die Maus umgreifen zu müssen.
Die Logitech G Pro X Superlight 2 verfolgt einen komplett anderen Ansatz. Ihre symmetrische, dezent abgeflachte Form eignet sich hervorragend für Claw- und Fingertip-Grip. Die Maus liegt nicht in der Hand, sondern wird von den Fingerspitzen geführt. Das ermöglicht schnellere Richtungswechsel und präzisere Mikrokorrekturen, erfordert aber auch eine aktivere Hand- und Fingerarbeit. Für Palm-Grip-Nutzer kann die flachere Form auf Dauer weniger komfortabel sein, da die Handfläche keinen vollständigen Kontakt zur Mausoberfläche hat.
Beim Gewicht nehmen sich beide Mäuse wenig. Die DeathAdder V4 wiegt rund 62 Gramm, die Superlight 2 etwa 60 Gramm. Beide sind Federgewichte, die auch bei schnellen Schwungbewegungen nicht träge wirken. Die Gleitfüße aus PTFE sind bei beiden Modellen erstklassig und sorgen für ein gleichmäßiges, widerstandsarmes Gleiten auf allen gängigen Mauspads.
Verarbeitung und Schalter: Optisch gegen Hybrid
Die Razer DeathAdder V4 setzt auf optische Schalter der dritten Generation. Diese registrieren Klicks per Lichtschranke statt über mechanischen Kontakt, was Prellprobleme (Double-Clicking) eliminiert und eine Auslösezeit von unter 0,2 Millisekunden ermöglicht. Das Klickgefühl ist knackig und direkt, mit einem klar definierten Auslösepunkt. Die Seitentasten überzeugen ebenfalls mit solidem Druckpunkt und guter Erreichbarkeit.
Logitech kontert mit den LIGHTFORCE Hybrid-Schaltern in der Superlight 2, die optische Geschwindigkeit mit dem mechanischen Klickgefühl verbinden. Das Ergebnis ist ein äußerst befriedigendes, taktiles Klickerlebnis, das sich etwas klassischer anfühlt als die Razer-Variante. Die Verarbeitungsqualität beider Mäuse ist auf hohem Niveau: keine Klappergeräusche, keine Spaltmaße, keine wackelnden Tasten. Logitech hat bei der Superlight 2 zudem das Problem der flexenden Seitenteile des Vorgängers vollständig behoben.
Software: Synapse gegen G HUB
Razer Synapse 4 hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Die Software bietet umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten für DPI-Stufen, Polling Rate, Tastenbelegung und Kalibrierung. Die Oberfläche ist übersichtlich, wenn auch mit vielen Menüebenen. Ein Vorteil von Synapse ist die Integration in das Razer-Ökosystem: Wer bereits eine Razer-Tastatur oder ein Headset besitzt, kann Beleuchtung und Profile geräteübergreifend synchronisieren.
Logitech G HUB gilt mittlerweile als die ausgereiftere Software. Die Einrichtung ist schlank, die Oberfläche modern, und Profile lassen sich direkt auf der Maus speichern, sodass G HUB unterwegs nicht installiert sein muss. Gerade für Turnierspieler, die an fremden Rechnern spielen, ist das ein entscheidender Vorteil. Beide Programme bieten Makro-Programmierung, allerdings werden Makros in vielen kompetitiven Spielen nicht erlaubt.