Design und Basisstation: Durchdacht und funktional
Der Dreame X50 Ultra Complete macht schon beim Auspacken einen hochwertigen Eindruck. Der Roboter selbst hat die für die Premiumklasse typische runde Form, ist mit einer Bauhöhe von rund 10,4 cm jedoch etwas höher als manche Konkurrenten. Dafür beherbergt er ein aufwendiges Fahrwerk, das ihm die einzigartige Fähigkeit verleiht, Hindernisse bis zu 6 cm Höhe zu erklimmen. Die Oberseite ist in dezentem Weiß gehalten, der LiDAR-Turm ragt nur minimal heraus und stört weder optisch noch funktional.
Die Basisstation ist das Herzstück des Systems und übernimmt gleich mehrere Aufgaben: Sie entleert automatisch den Staubbehälter, wäscht die Wischpads mit heißem Wasser, trocknet sie anschließend und füllt den Frischwassertank des Roboters nach. Der Frischwassertank der Station fasst 4,5 Liter, was für mehrere Reinigungszyklen ausreicht. Die automatische Entleerung funktioniert per Staubsauger-Mechanismus und transportiert den Schmutz in einen Einwegbeutel. Das klingt nach viel Technik auf kleinem Raum, und tatsächlich ist die Basisstation nicht gerade kompakt. Man sollte vorab den Aufstellort planen und sicherstellen, dass der Roboter ungehindert ein- und ausfahren kann.
Saugleistung: 20.000 Pa im Praxistest
Die Saugkraft von 20.000 Pascal klingt auf dem Papier beeindruckend, und im Praxistest bestätigt sich dieser Eindruck voll und ganz. Auf Hartböden sammelt der Dreame X50 Ultra Staub, Krümel, Tierhaare und sogar kleinere Steinchen zuverlässig auf. Die Hauptbürste ist so konstruiert, dass sich Haare weniger leicht verwickeln, was besonders in Haushalten mit Haustieren ein großer Pluspunkt ist. Auf Teppichen steigert der Roboter automatisch die Saugkraft und holt auch tiefer sitzenden Schmutz heraus.
Die Kombination aus Saugen und Wischen funktioniert gleichzeitig und liefert auf Hartböden erstaunlich gute Ergebnisse. Die rotierenden Wischpads arbeiten mit Druck auf dem Boden und lösen auch angetrocknete Flecken nach mehreren Durchgängen. Für die Küche nach dem Kochen oder den Flur nach einem Regentag ist das eine echte Arbeitserleichterung. Wichtig zu wissen: Teppiche erkennt der Roboter automatisch und hebt die Wischpads an, sodass Textilböden nicht nass werden. Diese Funktion arbeitet zuverlässig und war in unserem Test fehlerfrei.
Navigation und Hindernisüberwindung: Das Alleinstellungsmerkmal
Das eigentliche Highlight des Dreame X50 Ultra ist seine Fähigkeit, Hindernisse bis zu 6 cm Höhe zu überwinden. Türschwellen, Teppichkanten und sogar niedrige Absätze zwischen Räumen sind für diesen Roboter kein Hindernis mehr. Das spezielle Fahrwerk mit anhebbaren Rädern funktioniert erstaunlich geschmeidig: Der Roboter erkennt die Kante, hebt sich an und rollt darüber, als wäre nichts gewesen. In Altbauwohnungen mit hohen Türschwellen oder in Häusern mit verschiedenen Bodenbelägen auf unterschiedlichen Niveaus ist das ein enormer Vorteil.
Die KI-gesteuerte Hinderniserkennung arbeitet mit einer Kombination aus 3D-Strukturlicht und RGB-Kamera. Im Test erkannte der Roboter Schuhe, Kabel, Socken, Spielzeug und sogar flache Gegenstände wie Zeitschriften auf dem Boden. Er umfährt diese Objekte mit einem kleinen Sicherheitsabstand, statt sie durch die Wohnung zu schieben. Die LiDAR-Navigation erstellt beim ersten Durchgang eine detaillierte Karte der Wohnung, die man in der App mit Raumnamen, No-Go-Zonen und individuellen Reinigungsplänen versehen kann. In unserem mehrwöchigen Test hat sich der Roboter kein einziges Mal festgefahren – eine bemerkenswerte Leistung.
App und Steuerung: Mächtig, aber komplex
Die Dreamehome-App bietet eine beeindruckende Fülle an Einstellungsmöglichkeiten. Man kann für jeden Raum individuelle Saug- und Wischintensitäten festlegen, Zeitpläne erstellen, virtuelle Wände setzen und die Reinigungsreihenfolge definieren. Sprachsteuerung über Alexa und Google Assistant ist ebenfalls integriert. Die Kartenansicht zeigt den aktuellen Reinigungsfortschritt in Echtzeit und ermöglicht es, den Roboter bei Bedarf manuell in einen bestimmten Bereich zu dirigieren. Für technikaffine Nutzer ist dieser Umfang großartig, Einsteiger könnten sich allerdings anfangs von der Vielzahl der Optionen erschlagen fühlen. Die Standardeinstellungen liefern jedoch bereits sehr gute Ergebnisse, sodass man die tiefgreifenden Anpassungen auch auf später verschieben kann.