Reichweite und Akku
Das Touroll J1 ST bietet mit bis zu 100 Kilometern Reichweite einen klaren Vorteil für Pendler und Langstreckenfahrer. In der Praxis erreichen die meisten Nutzer bei moderater Unterstützung und ebenem Gelände rund 70 bis 80 Kilometer, was für einen Arbeitsweg von 30 Kilometern pro Richtung mehr als ausreicht. Die große Reichweite gibt Sicherheit und erspart häufiges Laden.
Das ADO Air 28 kommt mit einer Reichweite von 70 bis 80 Kilometern auf dem Papier. In der Praxis sind realistische 50 bis 60 Kilometer bei gemischter Nutzung zu erwarten. Für kürzere Pendelstrecken bis 20 Kilometer pro Richtung reicht das völlig aus, aber bei längeren Touren ist man stärker vom Energiemanagement abhängig. Der Akku ist elegant im Rahmen integriert und kaum sichtbar.
Antrieb und Fahrgefühl
Hier unterscheiden sich die beiden E-Bikes fundamental. Das Touroll J1 ST setzt auf eine klassische 7-Gang Shimano Kettenschaltung mit Kadenz-Sensor. Die Schaltung ist bewährt und bietet auf hügeligen Strecken die Flexibilität, den richtigen Gang zu wählen. Der Kadenz-Sensor reagiert auf die Tretbewegung, was zu einem leicht verzögerten Ansprechen der Unterstützung führen kann.
Das ADO Air 28 revolutioniert den Ansatz mit einem wartungsfreien Riemenantrieb und einem Drehmomentsensor. Der Riemen läuft leise, sauber und muss nie geschmiert oder nachgespannt werden. Der Drehmomentsensor misst die Kraft, die Sie in die Pedale bringen, und dosiert die Unterstützung proportional. Das Ergebnis ist ein natürlicheres, intuitiveres Fahrgefühl, das sich fast wie ein normales Fahrrad anfühlt, nur leichter.
Design und Verarbeitung
Das ADO Air 28 ist der klare Design-Sieger. Der elegante Dutch-Style Rahmen, der integrierte Akku und das hochwertige IPS-Farbdisplay ergeben ein E-Bike, das man gerne zeigt. In der Stadt fällt es als stylisches Fortbewegungsmittel auf, nicht als typisches E-Bike mit klobigem Akku am Unterrohr. Die Verarbeitungsqualität ist für die Preisklasse bemerkenswert gut.
Das Touroll J1 ST setzt auf ein funktionales Step-Through Design, das den bequemen Auf- und Abstieg ermöglicht. Optisch ist es ein solides Alltagsrad ohne große Designambitionen. Das LCD-Display zeigt die wesentlichen Informationen, ist bei direkter Sonneneinstrahlung aber weniger gut ablesbar als das IPS-Panel des ADO. Für Nutzer, die Funktion über Form stellen, ist das Touroll die pragmatische Wahl.
Bremsen und Sicherheit
Das ADO Air 28 ist mit hydraulischen Scheibenbremsen ausgestattet, die eine deutlich bessere Dosierbarkeit und konstantere Bremsleistung bieten als mechanische Bremsen. Besonders bei Nässe und bei langen Abfahrten ist die Verzögerung zuverlässiger und die Fingerkraft geringer. Hydraulische Bremsen erfordern zudem weniger Nachstellung.
Das Touroll J1 ST verwendet mechanische Scheibenbremsen, die grundsätzlich ausreichend bremsen, aber regelmäßig nachgestellt werden müssen, da die Bremskabel sich mit der Zeit längen. Bei Regen ist die Bremswirkung etwas schwächer als bei hydraulischen Systemen. Für die Preisklasse von 699 Euro sind mechanische Bremsen allerdings üblich und kein Ausschlusskriterium.
Wartung und Folgekosten
Das ADO Air 28 hat dank Riemenantrieb einen klaren Wartungsvorteil: Kein Ölen, kein Kettenwechsel, kein Nachspannen. Der Riemen hält bei normaler Nutzung viele tausend Kilometer und verursacht dabei keine laufenden Kosten. Die hydraulischen Bremsen müssen gelegentlich entlüftet werden, halten aber deutlich länger ihre Bremsleistung.
Das Touroll J1 ST mit Kettenschaltung erfordert regelmäßige Pflege: Die Kette muss gereinigt und geölt werden, die mechanischen Bremsen nachgestellt und die Schaltung gelegentlich justiert werden. Bei Ganzjahresfahrern summieren sich die Wartungskosten über die Jahre. Wer handwerklich geschickt ist, kann vieles selbst erledigen, andernfalls fallen Werkstattkosten an.